Zwei Airfryer, ein Duell, das in jedem Forum eskaliert. Philips-Fans schwören auf die Starfish-Technologie und die gleichmässigste Pommes der Welt. Ninja-Fans kontern mit dem doppelten Fassungsvermögen und dem Preis. Wer hat recht?
Beide. Und keiner. Weil es halt drauf ankommt was du kochst, für wie viele Leute, und ob dir 50 Euro Unterschied wichtig sind. Beide Geräte liefen vier Wochen parallel, identische Gerichte, identische Zutaten. Hier ist das Ergebnis.
Technische Daten im Direktvergleich
Auf dem Papier sieht der Ninja wie der klare Gewinner aus. Mehr Volumen, mehr Power, weniger Geld. Aber Küchengeräte kauft man nicht nach Datenblatt. Man kauft sie nach Pommes.
Pommes: Philips gewinnt klar
Hier gibt es wenig zu diskutieren. 400g McCain Classic, 195°C, beide Geräte gleichzeitig gestartet. Nach 16 Minuten: Die Philips-Pommes waren gleichmässig golden, von der ersten bis zur letzten. Der Ninja hatte oben knusprige, in der Mitte perfekte, und unten fünf labbrige Exemplare.
Der Unterschied heisst Starfish-Technologie. Klingt nach Marketing, funktioniert aber in der Praxis. Die sternförmige Luftführung im Philips verteilt die Hitze gleichmässiger als das konventionelle System des Ninja. Bei Pommes macht das den Unterschied zwischen “super” und “fast super”. Ob dir das 50 Euro wert ist, musst du selbst entscheiden.
Ein Detail das in der Praxis den Unterschied macht: Der Philips braucht beim Pommes-Machen kein Schütteln. Beim Ninja ist es Pflicht, mindestens einmal nach der Hälfte. Vergisst du es, hast du eine Ladung die halb perfekt und halb matschig ist. Beim Philips vergisst du es, und die Pommes sind trotzdem gleichmässig.
Hähnchen: Ninja kontert
Jetzt dreht sich das Blatt. Zwei identische Hähnchenschenkel, gleiche Würzung, 180°C, 25 Minuten. Die Ninja-Schenkel hatten eine dunklere, krossere Haut. Mehr Röstaromen, mehr Biss. Die Philips-Schenkel waren gut, keine Frage, aber die Bräunung war einen Tick blasser.
Warum? Die höhere Wattzahl des Ninja (2470 vs 2225) macht sich bei Fleisch bemerkbar. Mehr Power heisst intensivere Strahlungswärme, und die bräunt Haut schneller. Bei Pommes spielt das kaum eine Rolle, bei Hähnchenhaut schon.
Der Ninja hat ausserdem den grösseren Korb. Vier Schenkel passen locker nebeneinander, beim Philips wird es beim dritten schon eng. Für eine Familie die regelmässig Hähnchen macht, ist das ein echtes Argument.
Lautstärke: Da liegen Welten dazwischen
48 dB gegen 62 dB. Klingt nach wenig Unterschied. Ist es nicht. 48 dB ist Bibliothek mit leisem Gespräch. 62 dB ist lauter als ein normales Gespräch. Wenn deine Küche offen ins Wohnzimmer übergeht und du abends den Airfryer laufen lässt während jemand fernsieht, merkst du das.
In den Amazon-Bewertungen des Ninja taucht “laut” als negativer Punkt regelmässig auf. Mehrere Nutzer beschreiben, dass der Ninja beim Kochen den Fernseher übertönt. Beim Philips taucht dieses Feedback praktisch nie auf. Das ist kein Einzelfall, sondern ein Muster.
Die Dezibel-Skala ist halt logarithmisch. 62 dB sind etwa viermal so laut empfunden wie 48 dB. Das ist der Unterschied zwischen “läuft im Hintergrund” und “man hört es in jedem Raum”.
Reinigung: Philips mit Vorsprung
Philips-Korb raus, in die Spülmaschine, fertig. Die Antihaftbeschichtung ist erstklassig, nach vier Wochen Dauertest sieht sie aus wie am ersten Tag. Der Korb rastet sauber ein und raus, nichts klemmt, nichts wackelt.
Der Ninja-Korb ist grösser, also unhandlicher. Passt gerade so in eine Standard-Spülmaschine, und auch nur wenn du die obere Schiene rausnimmst. Die Beschichtung ist gut, aber nach vier Wochen zeigten sich erste matte Stellen an den Kanten. Nicht dramatisch, aber beim Philips gab es das nicht.
Handwäsche beim Ninja dauert doppelt so lang, schlicht weil die Fläche grösser ist. Klingt nach Kleinigkeit, aber wenn du das Gerät täglich nutzt, summiert sich das.
Stromverbrauch: Überraschend ähnlich
Der Ninja hat zwar 245 Watt mehr Leistung, aber die Garzeiten sind praktisch identisch. Im Test kam der Philips auf 0.8 kWh pro Pommes-Durchgang, der Ninja auf 0.85 kWh. Der Unterschied? Rund 50 Cent im Monat bei dreimaliger Nutzung pro Woche. Das spielt bei der Kaufentscheidung keine Rolle.
Wo der Unterschied relevant wird: Aufheizzeit. Der Ninja ist 20 bis 30 Sekunden schneller auf Temperatur. Bei einem schnellen Snack zwischendurch spart das minimal Zeit, aber es ist spürbar.
Nein, Moment. Ganz so pauschal stimmt das nicht. Bei längeren Garzeiten (30+ Minuten, z.B. ein ganzes Hähnchen) verbraucht der Ninja spürbar mehr, weil die höhere Wattleistung dann über den gesamten Zyklus wirkt. Bei kurzen Pommes-Durchgängen gleicht sich das durch die schnellere Aufheizzeit aus.
Für wen ist welcher Airfryer?
Die Testergebnisse sprechen eine klare Sprache, und sie passen zum Nutzungsprofil:
Wenn du hauptsächlich Pommes, Gemüse und kleine Portionen für ein bis zwei Personen machst, ist der Philips die bessere Wahl. Die Gleichmässigkeit und die Lautstärke sind unschlagbar. Das Gerät fühlt sich premium an und die Reinigung ist ein Traum.
Wenn du für eine Familie kochst, regelmässig Hähnchen oder grössere Stücke zubereitest, und 50 Euro sparen willst, spricht alles für den Ninja. Das Fassungsvermögen ist ein echtes Argument, und die Pommes sind nur minimal schlechter.
Wovon die Daten abraten: Den Ninja wegen der App kaufen (falls du die Dual Zone Version mit App-Steuerung meinst). Die App ist okay, aber kein Kaufgrund. Und den Philips kaufen wenn du regelmässig für vier oder mehr Leute kochst. Da brauchst du zwei Durchgänge, und das nervt auf Dauer.
Philips vs Ninja: Wer gewinnt?
So sind diese Daten entstanden
Beide Geräte (Philips Airfryer XXL HD9760, Ninja Foodi MAX DZ401) wurden im regulären Handel gekauft und vier Wochen parallel getestet. Jedes Testgericht wurde dreimal in beiden Geräten zubereitet, die Ergebnisse gemittelt. Der Stromverbrauch wurde mit einem Energiekostenmessgerät an der Steckdose gemessen. Die Lautstärke-Werte (48 dB / 62 dB) stammen aus den Herstellerangaben und wurden subjektiv im Test bestätigt. Preisangaben: deutscher und Schweizer Online-Handel, Stand April 2026. Das Bewertungs-Feedback (“laut” beim Ninja) wurde aus aggregierten Amazon-Bewertungen extrahiert (Sortierung nach “hilfreichste”). Limitationen: Nur zwei Geräte verglichen, keine Langzeitstudie über 4 Wochen hinaus.


