Ninja ist der aggressivste Herausforderer im Airfryer-Markt. Wo Philips auf evolutionäre Verbesserungen setzt, bringt Ninja radikale Konzepte: Dual-Zone-Garung, FlexDrawer mit herausnehmbarer Trennwand, 10-in-1-Multikocher. Das Ergebnis: Eine Produktlinie die verwirrend breit ist, mit Modellnamen die wie Fantasy-Figuren klingen. Foodi. FlexDrawer. Speedi. MAX.
Dieser Artikel sortiert den Ninja-Dschungel. Vier aktuelle Modelle aus dem Sortiment im Direktvergleich, mit echten Testdaten und klarer Empfehlung pro Zielgruppe. Am Ende weisst du welches Ninja-Modell zu deinem Haushalt passt und ob die Dual-Zone-Features den Aufpreis wirklich rechtfertigen.
Die Ninja-Logik: Vier Produktlinien, eine Philosophie
Ninja organisiert das Airfryer-Sortiment nach Konzept, nicht nach Serie. Anders als Philips mit seinen “Essential/3000/5000”-Stufen setzt Ninja auf vier klar abgegrenzte Bauformen:
MAX (AF160EU) ist die kompakte Einstiegslinie. Ein Korb mit 5,2 Liter Fassungsvermögen, eine Kammer, eine Temperatur. Die günstigste Ninja-Option und der direkte Konkurrent zu Tefal EasyFry oder Cosori Pro LE.
Foodi Dual Zone (AF400EU) ist das klassische Dual-Zone-Konzept. Zwei völlig separate Körbe von je 4,75 Liter, insgesamt 9,5 Liter, mit der SmartFinish-Funktion die beide Kammern gleichzeitig fertig werden lässt. Das technisch ausgereifteste Dual-Zone-Gerät am Markt.
Foodi FlexDrawer (AF500EU) ist Ninjas neueste Innovation. 10,4 Liter Gesamtvolumen in einem einzigen Korb, der sich wahlweise als grosse Einheit oder per herausnehmbarer Trennwand als zwei kleine Kammern nutzen lässt. Die flexibelste Bauform, die Ninja je gebaut hat.
Speedi (ON400EU) fällt etwas aus der Reihe. Das ist primär ein 10-in-1-Multikocher (Heissluft, Dampfgaren, Braten, Slow Cook, etc.) mit einem 5,7-Liter-Pot. Airfryer-Funktion ist ein Feature unter vielen, nicht der Kern.
Vier Ninja-Airfryer im Direktvergleich
Vier aktuelle Ninja-Modelle durchliefen den parallelen Praxistest über vier Wochen. Alle folgten demselben Testablauf: Pommes, Hähnchen, Gemüse, Aufwärmen. Hier die Ergebnisse:
Die Preise reichen von 94 Euro (AF160EU MAX) bis 240 Euro (Foodi MAX Dual Zone). Im Vergleichstool auf der Hauptseite lassen sich alle vier nebeneinander sehen.
Ninja AF160EU MAX (ca. 94 Euro)
Das kompakteste und günstigste Ninja-Modell im Test. 5,2 Liter Fassungsvermögen, 1750 Watt, sechs Vorprogramme, digitales Display. Score 5,8 im Gesamtranking, Pommes-Score 9,0.
Was gut funktioniert: Der Pommes-Score ist mit 9,0 der beste Wert der Unter-100-Klasse, nur die Premium-Modelle von Philips schaffen knapp mehr. Die Ninja-Heizluft-Technologie ist auch in der Einstiegsklasse auf hohem Niveau. Die Verarbeitung liegt qualitativ über dem Preisniveau: Der Korb ist robust, die Beschichtung hielt im Vier-Wochen-Test ohne Abnutzung. 62 Dezibel Lautstärke sind für die Grössenklasse okay, wenn auch nicht spitze.
Was fehlt: Keine Dual-Zone-Funktion, keine App-Steuerung, keine PFAS-freie Beschichtung, kein Touch-Display. Dies ist bewusst das reduzierte Gerät der Familie.
Für wen: Single-Haushalte oder Paare, die ein qualitativ hochwertiges Ninja-Gerät wollen ohne den Aufpreis für Dual-Zone. Wer in die Unter-100-Klasse schaut, findet hier den Pommes-Spitzenreiter.
Ninja Speedi 10-in-1 ON400EU (ca. 130 Euro)
Der Hybrid-Multikocher. 5,7 Liter Pot, 1760 Watt, 10 Funktionen: Air Fryer, Dampfgaren, Grillen, Braten, Backen, Slow Cook, Steam Air Fry (gleichzeitig Dampfgaren und Heissluft), Rapid Cook. Score 5,5, Pommes-Score 7,5.
Was gut funktioniert: Die Rapid-Cook-Funktion ist technisch beeindruckend. Dampfgaren und Heissluft gleichzeitig in einer Kammer garen Fleisch saftiger als reine Heissluft. Für Hähnchenbrust, Fisch und Gemüse liefert der Speedi messbar bessere Ergebnisse als ein Standard-Airfryer. Der Korb ist mit 5,7 Liter für 4 Personen ausreichend. 10 Funktionen decken praktisch jede Kochmethode ab, die man im Alltag braucht.
Was weniger gut ist: Als reiner Airfryer ist der Speedi nur Mittelklasse. Pommes-Score 7,5 gegenüber 9,0 beim AF160EU MAX oder 9,5 bei der Dual-Zone-Variante. Das liegt an der Bauform: Der Pot ist tiefer als bei dedizierten Airfryern, der Airflow deshalb weniger intensiv. Wer primär Pommes und Hähnchen zubereiten will, bekommt mit dem AF160EU für 35 Euro weniger bessere Ergebnisse.
Für wen: Haushalte die ein Gerät suchen das mehrere Küchenhelfer ersetzt. Wer Dampfgarer, Slow Cooker und Airfryer in einem will und bereit ist, bei jeder Einzelfunktion einen kleinen Kompromiss einzugehen. Der Speedi ist kein reiner Airfryer, sondern ein Allround-Küchengerät mit Airfryer-Funktion.
Ninja Foodi FlexDrawer AF500EU (ca. 149 Euro)
Die jüngste Innovation im Sortiment. 10,4 Liter Gesamtvolumen, 2470 Watt, mit einer herausnehmbaren Trennwand die den grossen Korb in zwei kleine Kammern teilt. Score 6,6 (Testsieger unter den Ninja-Modellen), Pommes-Score 8,0.
Was gut funktioniert: Die Flexibilität ist unschlagbar. Mit eingesetzter Trennwand hat man zwei unabhängige Kammern (je ca. 5 L) für die klassische Dual-Zone-Nutzung. Ohne Trennwand hat man einen 10,4-Liter-Monster-Korb, in den auch ein ganzes Hähnchen oder ein XXL-Fleischstück passt. Die Synchronisierungs-Logik funktioniert wie beim klassischen Dual-Zone-Modell.
Die Verarbeitung ist auf Premium-Niveau. Der Korb ist schwer (6,5 kg leer), aber die Trennwand sitzt stabil, keine Vibrationen oder Klappern. 60 Dezibel Lautstärke sind für die Grössenklasse akzeptabel, aber nicht so leise wie die Philips-Modelle.
Was weniger gut ist: Der Pommes-Score von 8,0 ist niedriger als beim kleineren AF160EU MAX. Grund: Die grössere Korbfläche führt bei kleinen Ladungen (400 g Pommes) zu einem stärker verteilten Airflow, die Pommes werden weniger intensiv gebräunt. Bei voller Ladung (1,5 kg) wird der Score besser, aber für kleine Haushalte ist der AF160EU die bessere Pommes-Maschine.
Für wen: Familien mit vier bis sechs Personen die maximale Flexibilität wollen und bereit sind, für die innovative Bauform zu zahlen. Wer zwischen Single-Korb und Dual-Zone nicht entscheiden will, bekommt hier beides in einem Gerät.
Ninja Foodi MAX Dual Zone AF400EU (ca. 240 Euro)
Das klassische Dual-Zone-Konzept. Zwei separate Körbe je 4,75 Liter, insgesamt 9,5 Liter, 2470 Watt, SmartFinish-Funktion. Score 5,8, Pommes-Score 8,5.
Was gut funktioniert: Die zwei getrennten Kammern sind einfacher zu handhaben als der FlexDrawer. Jeder Korb hat eigenes Display, eigene Einstellungen, eigene Temperaturregelung. Die SmartFinish-Funktion synchronisiert automatisch: Wenn Pommes bei 200 Grad 15 Minuten brauchen und Lachs bei 180 Grad 10 Minuten, startet die Pommes-Kammer zuerst, und der Lachs-Korb fängt 5 Minuten später an. Beide sind gleichzeitig fertig.
Die Korbgrössen sind perfekt für typische Familien-Gerichte: In einen Korb passen 500 Gramm Pommes für zwei Portionen, in den anderen 4-5 Hähnchenschenkel oder ein grosses Gemüsegericht. Die Trennung ist absolut, keine Geschmacks- oder Aromaübertragung zwischen den Kammern.
Was weniger gut ist: Der Preis. 240 Euro sind ein hartes Argument gegen die Dual-Zone-Konkurrenz. Der Medion P10 XL Duo bietet Dual-Zone-Funktionalität für 60 Euro. Die Synchronisierungs-Logik ist beim Ninja besser, aber ob das 180 Euro Aufpreis wert ist, hängt vom Nutzungsprofil ab. Auch die 62 Dezibel Lautstärke sind hoch für ein Premium-Gerät.
Für wen: Wer täglich zwei verschiedene Gerichte parallel kochen will und die SmartFinish-Funktion wirklich nutzt. Für Gelegenheits-Dual-Zone-Nutzung ist der FlexDrawer die bessere Wahl. Für echtes Familien-Meal-Prep mit strikter Trennung der Kammern ist der Foodi MAX Dual Zone ohne echten Konkurrenten.
Ninja-Entscheidungsmatrix
Welches Ninja-Modell für welchen Haushalt? Die Praxistests übersetzen sich in eine klare Empfehlung.
Single oder zu zweit, Budget unter 100 Euro: Ninja AF160EU MAX (5,2 L, 94 Euro). Bester Pommes-Score der Unter-100-Klasse, solide Ninja-Verarbeitung.
Familie mit maximaler Flexibilität: Foodi FlexDrawer AF500EU (10,4 L, 149 Euro). Ein Gerät für alle Situationen, mit oder ohne Trennwand nutzbar.
Echtes Dual-Zone-Meal-Prep: Foodi MAX Dual Zone AF400EU (9,5 L, 240 Euro). Das ausgereifteste Dual-Zone-Konzept am Markt, aber hochpreisig.
Küchen-Allrounder statt reiner Airfryer: Ninja Speedi ON400EU (5,7 L, 130 Euro). Zehn Funktionen in einem Gerät, primär für alle die mehr als nur Airfryen wollen.
Günstige Dual-Zone ohne Ninja: Siehe Medion P10 XL Duo MD11750 für 60 Euro. Nicht so ausgereift wie der Ninja, aber ein Viertel des Preises.
Ninja vs Philips: Wer führt wo?
Philips und Ninja sind die beiden grossen Marken im Premium-Segment. Der direkte Vergleich ist eine Frage der Prioritäten und wird im Detail in Philips vs Ninja beschrieben. Die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick:
Philips gewinnt bei: - Reiner Pommes-Qualität (Starfish-Technologie, Pommes-Score 9,5 bei XXL-Modellen) - Lautstärke (48-52 dB gegenüber 60-62 dB bei Ninja) - Stromverbrauch (niedriger pro Zyklus) - Philips-Markenvertrauen und langjährige Airfryer-Geschichte
Ninja gewinnt bei: - Dual-Zone-Flexibilität (beste Synchronisierungs-Logik am Markt) - FlexDrawer-Konzept (einzigartig in der Branche) - Multikocher-Hybrid-Bauformen (Speedi) - Leistung pro Euro im kompakten Segment (AF160EU MAX für 94 Euro)
Wer einen einzelnen Korb mit besten Pommes will, nimmt Philips XXL HD9870/90. Wer zwei Gerichte gleichzeitig oder maximale Flexibilität braucht, nimmt Ninja FlexDrawer oder Dual Zone.
Was die 14.000 Amazon-Käufer über Ninja sagen
Zur Plausibilisierung der Praxistests wurden die Amazon-Bewertungen aller vier Ninja-Modelle aggregiert. Insgesamt flossen über 14.000 Rezensionen in die Auswertung ein.
Die konsistentesten positiven Themen über alle Serien: Knusprige Garergebnisse (bei allen vier Modellen im Top-Cluster), Dual-Zone-Mehrwert (bei den drei Dual-fähigen Modellen), einfache Reinigung durch spülmaschinenfeste Körbe, solide Verarbeitung. Besonders die AF400EU und AF500EU werden überproportional für die SmartFinish-Funktion gelobt.
Die häufigsten Kritikpunkte: Hohe Lautstärke (bei allen vier Modellen ein Thema, besonders bei den grossen), grosser Platzbedarf auf der Arbeitsplatte (besonders Foodi MAX Dual Zone), Gewicht beim Herausnehmen der Körbe (bei Dual-Zone und FlexDrawer), und Preis relativ zu Single-Korb-Konkurrenten.
Ein interessanter Cluster beim AF500EU FlexDrawer: Käufer beschreiben eine Lernkurve bei der Entscheidung “Trennwand drin oder raus”. Viele nutzen die Trennwand in den ersten Wochen ständig und lassen sie dann immer mehr draussen, weil die 10,4-Liter-Einzelnutzung praktischer ist als die zwei kleinen Kammern. Für die echte Dual-Zone-Nutzung greifen dieselben Käufer dann doch zum klassischen AF400EU, wenn das Geld reicht.
Welche Ninja-Modelle solltest du vermeiden?
Ninja-Airfryer sind relativ kurzlebig in der Modell-Reihenfolge. Ältere Varianten wie der AF100EU (ohne MAX-Zusatz) werden noch als Restposten verkauft, sind technisch aber eine Generation zurück: Schwächeres Heizelement, kleineres Display, ältere Firmware. Für 10-20 Euro weniger als der aktuelle AF160EU MAX lohnt sich der Kauf nicht.
Die Ninja Air Fryer Basic-Modelle (AF101) aus den US-Produktlinien sind in Deutschland kaum erhältlich und haben 110V-Stecker. Finger weg von grauen Importen.
Beim Foodi Multi-Cooker OL701 ist es ähnlich: Das ist ein Slow Cooker mit Airfryer-Attachment, kein echter Airfryer. Die Airfryer-Leistung ist schwach (Pommes-Score ca. 6,0 in unserer Vergleichsdatenbank), der Kaufpreis aber im oberen Bereich.
Fazit: Ninja-Empfehlungen auf einen Blick
Die beste Ninja-Wahl hängt davon ab, wie oft zwei Gerichte parallel gekocht werden und wie viel Flexibilität wichtig ist.
Für Single-Haushalte oder Paare, die ein qualitativ hochwertiges Einzelgerät suchen, ist der AF160EU MAX (94 Euro) der klare Sieger. Für Familien die Flexibilität schätzen und nicht in festgelegte Konzepte einsortieren wollen, ist der FlexDrawer AF500EU (149 Euro) die beste Wahl. Für echtes Dual-Zone-Meal-Prep mit strikter Kammer-Trennung gibt es nichts Besseres als den Foodi MAX Dual Zone AF400EU (240 Euro), der Preis schmerzt aber.
Der Speedi ON400EU lohnt sich nur wenn wirklich mehrere Küchenfunktionen in einem Gerät gewünscht sind. Als reiner Airfryer ist er überteuert gegenüber der Single-Korb-Konkurrenz.
Falls zwischen Ninja und Philips noch Unsicherheit besteht, hilft unser Direktvergleich Philips vs Ninja. Für einen kompletten Marktüberblick über alle 23 getesteten Modelle siehe den grossen Airfryer-Vergleich.
So sind diese Daten entstanden
Die Praxistests in diesem Artikel basieren auf vier Ninja-Modellen, gekauft zwischen Februar und April 2026 über amazon.de und galaxus.ch. Jedes Gerät durchlief denselben Testablauf: Pommes-Test mit 400 Gramm tiefgekühlten Pommes, Hähnchen-Test mit 1,2 Kilogramm Schenkel, Gemüse-Test mit 500 Gramm Brokkoli und Karotten. Messgeräte: Brennenstuhl PM 231 E für Stromverbrauch, Decibel-X iPhone-App für Lautstärke auf 50 Zentimeter Entfernung.
Die Amazon-Bewertungen wurden pro Modell automatisiert aggregiert und zu wiederkehrenden Themen verdichtet. Details zur Methodik und zum Scoring-System stehen auf der Methodik-Seite.
Limitationen: Die Tests decken den Zeitraum der ersten vier Wochen ab. Langzeit-Erfahrungen über Jahre hinweg (besonders die Haltbarkeit der Synchronisierungs-Elektronik bei den Dual-Zone-Modellen) sind nicht Teil der Methodik.
Stand der Daten: 13. April 2026. Preise und Modellverfügbarkeit können sich ändern. Die Vergleichstabelle im Hauptvergleich wird täglich mit aktuellen Preisen aktualisiert.
