Die meisten Ratgeber empfehlen dir einen Airfryer für 200 bis 300 Euro. Die Provision ist eben höher. Aber ist das teure Gerät wirklich besser? Nach 11 Praxistests im Unter-100-Euro-Segment ist die Antwort klar: Nein, zumindest nicht für die Standardgerichte die 90 Prozent der Nutzer kochen.
Dieser Artikel zeigt dir alle 11 Airfryer unter 100 Euro aus unserem Vergleich, sortiert nach Score, mit echten Messwerten statt Herstellerangaben. Am Ende weisst du welches Gerät für welchen Haushalt passt und ob du überhaupt mehr ausgeben musst.
Warum 100 Euro die kritische Grenze ist
Airfryer-Geräte teilen sich sauber in drei Klassen: Die No-Name-Ware unter 60 Euro scheitert bei Temperaturgenauigkeit und Verarbeitung. Die 60-100-Euro-Klasse liefert solide Alltagsqualität. Alles darüber bezahlst du für Markenname, Extras und Haltbarkeit, nicht für besseres Garergebnis.
Unser Pommes-Test bestätigt das: Der Ninja AF160EU MAX (94 Euro) erreicht 9,0 von 10 Punkten. Der Cosori TurboBlaze 6.4L (109 Euro) und der Philips Airfryer XXL HD9870/90 (150 Euro) schaffen beide 9,5. Ein halber Punkt für 60 Euro mehr. Auf dem Teller schmeckt das kaum jemand.
Was teurere Modelle tatsächlich besser machen: Die Verarbeitung hält länger. Die Beschichtung überlebt mehr Spülgänge. Das Display ist präziser. Die Sonderfunktionen (Dual-Zone, App-Steuerung, Dampfgaren) funktionieren zuverlässiger. Und die Herstellergarantie greift bei Premium-Marken oft kulanter.
Die 11 Airfryer unter 100 Euro in der Übersicht
Das Ranking berücksichtigt alle Test-Disziplinen: Pommes, Hähnchen, Gemüse, Lautstärke, Fassungsvermögen, Stromverbrauch und Verarbeitung. Der Preis fliesst mit 15 Prozent Gewichtung in den Gesamtscore ein, damit günstige Geräte nicht automatisch schlechter abschneiden.





















(Die Vergleichstabelle zeigt alle 23 getesteten Modelle. Filtere mit dem “Unter 100 Euro”-Button oben, um nur die Budget-Klasse zu sehen.)
Was Budget-Airfryer typischerweise können
Die Daten aus dem Unter-100-Segment zeigen ein klares Bild. Fassungsvermögen reicht von 3,2 Litern (De’Longhi Aerofryer XL AG551) bis 8,3 Liter (Russell Hobbs SatisFry). Leistung zwischen 1500 und 2150 Watt. Alle getesteten Modelle schaffen 180 bis 200 Grad Celsius, mehr brauchst du für Alltagsgerichte nicht.
Die Pommes-Scores der Budget-Klasse: 9,0 beim Ninja MAX, 8,5 bei Moulinex, De’Longhi und Philips Essential, 8,0 bei Cosori und zwei Tefal-Modellen, 7,5 bei Russell Hobbs und Medion, 6,5 beim ProBreeze. Acht von elf Geräten schaffen mindestens 8 Punkte, das ist ein solider Alltagswert.
Der niedrigste Score der Klasse (ProBreeze, 6,5) ist kein Zufall: Das Modell hat laut Herstellerangabe 10 Liter, die effektive Korbfläche ist aber deutlich kleiner als beim Russell Hobbs (8,3 L). Die Pommes liegen mehrlagig, der Airflow wird gestört, die unteren Lagen werden matschig. Ein typisches Budget-Problem: Auf dem Karton steht eine grosse Zahl, die aber nicht der nutzbaren Fläche entspricht.
Die drei Gewinner der Klasse und für wen sie passen
Moulinex AI Fry Pro (ca. 98 Euro) — Bester Allrounder
Der Moulinex erreicht Score 5,6, also den höchsten Wert in der Unter-100-Klasse unseres Airfryer Vergleichs. Die Kombination aus 7,5 Liter Fassungsvermögen, 8,5 Pommes-Score, App-Steuerung und der soliden Tefal-Group-Verarbeitung macht ihn zum Rundum-Sieger der Klasse.
Was gut funktioniert: Grosser Korb für bis zu sechs Personen, die App hat echten Mehrwert (Garzeiten-Empfehlungen basierend auf Gewicht), digitales Touch-Display, spülmaschinenfester Korb, 1830 Watt Leistung für schnelles Aufheizen.
Was fehlt: Dual-Zone-Garung (ist bei dieser Grösse aber auch nicht nötig), PFAS-freie Beschichtung (siehe Beschichtungs-Ratgeber).
Für wen: Haushalte mit drei bis fünf Personen, die einen Airfryer als Haupt-Gerät neben dem Backofen nutzen wollen.
Medion Life P10 XL Duo MD11750 (ca. 60 Euro) — Preis-Leistungs-Sieger
Der Medion ist der einzige Dual-Zone-Airfryer unter 100 Euro in unserem Test. 6,8 Liter Gesamtvolumen, aufgeteilt in zwei unabhängige Kammern mit je eigener Temperaturregelung. 2150 Watt Gesamtleistung. Für 60 Euro.
Die Daten aus dem Test: Pommes-Score 7,5 (solide, aber nicht spitze), Score 5,4 insgesamt. Die Lautstärke liegt bei 60 Dezibel, das ist deutlich hörbar aber nicht störend. Die Bedienung über das Touch-Display reagiert etwas träger als bei Premium-Geräten, funktioniert aber zuverlässig. Die Beschichtung zeigt nach unserem Vier-Wochen-Test keine Abnutzung.
Für wen: Wer zwei verschiedene Gerichte gleichzeitig kochen will (Pommes bei 200 Grad, Fisch bei 170 Grad) und dafür nicht 200 Euro ausgeben möchte. Ist der Ninja Foodi MAX Dual Zone besser? Ja, klar. Kostet aber auch viermal so viel.
Tefal EasyFry XXL EY701D (ca. 63 Euro) — Günstigster XXL
Der günstigste Airfryer mit mehr als 5 Litern Fassungsvermögen in unserem Test. 5,6 Liter nutzbar, 1700 Watt, solide Tefal-Verarbeitung. Score 5,1, Pommes-Score 8,0.
Wer nicht auf Dual-Zone angewiesen ist und einfach einen grossen Airfryer für eine drei- bis vierköpfige Familie sucht, bekommt hier das Beste Pro-Euro-Verhältnis der Klasse. Der Tefal EasyFry Max EY2453 in derselben Preisklasse (67 Euro) hat nur 5 Liter, ist aber in der Verarbeitung minimal besser.
Was unter 60 Euro passiert
Wir haben bewusst auch den ProBreeze Power XL Vortex für 57 Euro mitgetestet, um die Untergrenze zu zeigen. Das Ergebnis: Score 4,7, Pommes-Score 6,5. Der Korb ist zwar mit 10 Litern beworben, die effektive Fläche ist aber kleiner als beim Russell Hobbs für 70 Euro. Die Beschichtung zeigte nach zwei Wochen Alltag erste Kratzer. Das Display ist einfach und die Bedienung grobschlächtig.
Das ist kein Einzelfall. No-Name-Modelle unter 60 Euro sparen fast immer an denselben Stellen: billige Beschichtung, grob gefertigte Körbe, ungenaue Temperaturregelung (wir haben bei vergleichbaren Geräten bis zu 20 Grad Abweichung vom Sollwert gemessen), träge Elektronik. Für wenig mehr Geld bekommst du bei Tefal oder Medion deutlich mehr Qualität.
Wann sich 100+ Euro trotzdem lohnen
Die Testdaten zeigen drei Fälle, in denen sich höhere Preise lohnen.
Erstens bei Familien ab fünf Personen. Die 8,3 Liter des Russell Hobbs SatisFry sind zwar knapp unter 100 Euro, aber die Verarbeitung ist dünner als beim Ninja Foodi MAX Dual Zone (ca. 240 Euro). Wer täglich für mehr als vier Personen kocht, nutzt ein Gerät hart und profitiert von der robusteren Mechanik der Premium-Klasse.
Zweitens bei echter Dual-Zone-Nutzung. Der Medion Duo bietet zwar zwei Kammern, die Synchronisations-Logik (beide Kammern gleichzeitig fertig werden lassen) ist beim Ninja Foodi MAX Dual Zone ausgereifter. Wer wirklich oft zwei Gerichte parallel kocht, spart auf Dauer Zeit und Nerven.
Drittens bei PFAS-freien Beschichtungen. Die meisten Budget-Geräte nutzen klassische PTFE-Antihaft-Beschichtungen. Wer auf PFAS verzichten will, findet unter 100 Euro nur wenige Optionen. Die Keramik- oder Edelstahl-Modelle aus unserem Vergleich starten bei 120 Euro. Siehe dazu unseren Ratgeber zu Airfryer-Beschichtungen und Sicherheit.
Was die 12.000 Amazon-Käufer über Budget-Airfryer sagen
Zur Plausibilisierung der Praxistests haben wir die Amazon-Bewertungen aller 11 Geräte aggregiert. Insgesamt flossen über 12.000 Rezensionen in die Auswertung ein, strukturiert nach wiederkehrenden Themen.
Die häufigsten positiven Cluster in der Unter-100-Klasse: Einfache Bedienung (bei 9 von 11 Modellen ein Top-Thema), knusprige Garergebnisse (bei 8 von 11), schnelle Reinigung (7 von 11), faires Preis-Leistungs-Verhältnis (11 von 11, logisch).
Die häufigsten Kritikpunkte: Laute Betriebsgeräusche (8 von 11), kleines Display (5 von 11), fehlende Dokumentation bei der Inbetriebnahme (4 von 11), verschleissende Beschichtung nach sechs bis zwölf Monaten (3 von 11).
Der Kritikpunkt “Beschichtung nach 6-12 Monaten verschlissen” ist interessant. Er tauchte bei den No-Name-Modellen unserer Auswertung häufiger auf als bei den Marken-Geräten. Wer also ein Gerät kauft das er mindestens zwei Jahre nutzen will, sollte bei der Verarbeitung nicht sparen. Der Aufpreis von 25 Euro zwischen einem ProBreeze (57 Euro) und einem Tefal (82 Euro) rechnet sich über die Lebensdauer.
Entscheidungshilfe: Welcher Airfryer unter 100 Euro für wen?
Für zwei Personen im kompakten Haushalt: Der De’Longhi Aerofryer XL AG551 (90 Euro) mit 3,2 Litern. Kleinste Stellfläche der Klasse, beste Pommes-Qualität im Kompakt-Segment.
Für drei bis vier Personen ohne Extras: Der Tefal EasyFry XXL EY701D (63 Euro) oder der Tefal EasyFry Max EY2453 (67 Euro). Beide solide, 5 bis 5,6 Liter, keine Überraschungen.
Für vier bis sechs Personen mit ein paar Extras: Der Moulinex AI Fry Pro (98 Euro) als Rundum-Sieger oder der Russell Hobbs SatisFry 8,3L (70 Euro) für XXL-Fans.
Für Eltern die zwei Gerichte parallel kochen wollen: Der Medion Life P10 XL Duo (60 Euro) als einziger Dual-Zone unter 100 Euro.
Wer knusprige Pommes priorisiert: Der Ninja AF160EU MAX (94 Euro) mit Score 9,0 im Pommes-Test, dem besten Wert der Klasse.
So sind diese Daten entstanden
Die Praxistests in diesem Artikel basieren auf elf Heissluftfritteusen unter 100 Euro, gekauft zwischen Februar und April 2026 über amazon.de und galaxus.ch. Jedes Gerät durchlief denselben Testablauf: Pommes-Test mit 400 Gramm tiefgekühlter Pommes, Hähnchen-Test mit 1,2 Kilogramm Schenkel, Gemüse-Test mit 500 Gramm Brokkoli und Karotten, Lautstärke-Messung auf 50 Zentimeter Entfernung mit der Decibel-X iPhone-App, Stromverbrauch-Messung über den kompletten Pommes-Zyklus mit einem Brennenstuhl PM 231 E.
Die Amazon-Bewertungen wurden pro Modell automatisiert aggregiert und zu wiederkehrenden Themen verdichtet. Details zur Methodik, zur Geräteauswahl und zum Scoring-System stehen auf unserer Methodik-Seite. Die Preisangaben stammen vom 13. April 2026 und werden täglich automatisch aktualisiert.
Limitationen: Unsere Tests decken den Zeitraum der ersten vier Wochen ab. Langzeit-Erfahrungen über Jahre hinweg (besonders für die Beschichtungs-Lebensdauer) sind nicht Teil unserer Methodik. Dafür gibt es spezialisierte Prüfinstitute wie Stiftung Warentest.
Stand der Daten: 13. April 2026. Preise, Verfügbarkeit und Modell-Reihen können sich ändern.


